Neurodermitis bei Kindern
Ein persönliches Beispiel aus meinem Leben:
Mein Vater wurde immer wieder von den verschiedensten Allergien
geplagt, die bei ihm heftigste Reaktionen der Nasenschleimhaut auslösten
- allergischer Fließschnupfen. Mich überging dieses Krankheitsbild;
aber einen meiner Söhne "erwischte" es: Sohn X war die ersten sechs
Lebensjahre völlig gesund. Nun kam er im Herbst routinemäßig in
die erste Klasse. Im November auf einmal schnauzt ihn seine Klassenlehrerin
an: "So leicht bekleidet, wie du da vor mir sitzt, friert mich bei
deinem Anblick. Morgen betrittst du die Schule nur mit einem Pullover.
"Ohne Pullover morgen - keine Schule!"
Am nächsten Morgen war der gesamte Körper meines Sohnes mit Neurodermitis-Pusteln
und Kratzspuren übersät. An das Tragen eines Pullis war so natürlich
nicht zu denken.
Nach 6 Jahren erfolgloser Odyssee durch die Schulmedizin änderte
ich dann mein Verhalten ihm gegenüber und die Neurodermitis bildete
sich innerhalb eines halben Jahres bis heute anhaltend zurück!
"Neurodermitis Patienten sind überdreht, d.h. viel zu sehr
in Aufruhr, Anspannung", sagte einst der Chef einer Uni Hautklinik
(Göttingen). Dies erlebe ich genau so.
Woher kommt nun eine solche permanente Anspannung?
Seit 25 Jahren arbeite ich nun mit ND Patienten und immer wieder
erlebe ich, dass die Eltern eines solchen Patienten a) uneinig sind
in ihren Erziehungsvorstellungen und
b) dass inkonsequent erzogen wird.
Diese beiden Strategien haben beim Kind zur Folge, dass es keine,
oder wenigstens eine zu geringe Sicherheit, Geborgenheit erfährt.
Unsicherheit, "Nicht-Geborgenheit" bewirkt logischerweise eine Anspannung,
denn man weiß ja jetzt nicht, was gleich auf einen zukommen wird.
Sind sich aber die Eltern in ihren Erziehungsauffassungen einig
und wird die Strategie der liebevollen Konsequenz im Umgang mit
dem Kind gelebt, erfährt es Sicherheit und kann sich fallen lassen,
entspannen, zur Ruhe kommen.
Es lehrt so auch zu verlieren, eine extrem wichtige Fähigkeit, wenn
ich z.B. im Erwachsenenleben einem mir Überlegenen gegenüber überleben
können will.
Bitte verstehen Sie mich nicht falsch.
Sie sollen nicht autoritär sein - wie zu Kaisers Zeiten!
Kinder sind kleine Forscher, die täglich ausprobieren, was geht
und was geht nicht. Und täglich müssen wir ihnen die Spielregeln
unserer Gesellschaft nahe bringen, denn nur dann sind sie später
einmal in der Lage, sich in einer Gemeinschaft bewegen zu können.
Zusammengefasst:
Erziehen Sie Ihre Kinder, insbesondere Ihren kleinen Neurodermitis-Patienten
in Einigkeit mit Ihrem Partner, liebevoll und mit klaren Regeln.
Dr. Bernd Frederich
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